Fonds – Die neuen Bausparer unserer Generation?

Wann hast du das letzte Mal eine Werbung für einen Bausparer gesehen? Diese Werbung ist nämlich so gut wie nicht mehr zu finden, trotzdem wird noch immer eine beachtliche Anzahl an Bausparverträgen (~700.000 im Jahr 2017) abgeschlossen. 🤔

Wer sich jedoch die aktuelle Werbelandschaft der großen Banken in Österreich genauer ansieht, erkennt neben sehr bekannten sportlichen Persönlichkeiten eine ganz andere Art von Sparform. Daher stellt sich die Frage…

Warum ist das Thema „Fond-Sparen“ die letzten Jahre bei unseren Banken omnipräsent geworden?

Wir brauchen es nicht mehr abstreiten, Produkte wie der Bausparer und das Sparbuch sind heutzutage eher Geldvernichtungsinstrumente geworden anstatt uns Sparer zu unterstützen.

Wie mein ich das? Mit aktuellen Zinssätzen von weit unter 1% im Jahr, kann dieses Sparguthaben nicht die Inflation übersteigen. Daraus entsteht folgendes einfaches Beispiel-Szenario:

Monatliches Sparguthaben: 100,- €
Effektiver Bausparer Zinssatz 1: 0,61 % p.A
Durchschnittlich Inflation 2018 2: 1,86 %
1 Jahr eingezahlt (12x 100,-): 1200,- €
Zinsen erhalten – KESt (27,5%) : 4,16 € – 1,44 €
Summe nach 1.Jahr: 1203,01 €
Wertminderung durch Inflation: 22,37 €
Effektiver Sparguthaben nach dem ersten Jahr: 1180,64 €

[1] http://www.bankenrechner.at/bausparen
[2] http://de.inflation.eu/inflationsraten/osterreich/historische-inflation/vpi-inflation-osterreich-2018.aspx

Trotz Aufbau eines kleines Sparguthabens, wird dieses Guthaben aufgrund der Inflation einfach weniger Wert, und das Jahr für Jahr. 🤔


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Wo liegen jetzt aber die Alternativen für unsere Generation?

Das wichtigste ist, unsere aktuelle wirtschaftliche Situation zu akzeptieren, nicht die Schuld auf Banken oder dergleichen zu schieben und unsere Zeit als Chance anzusehen neues Wissen aufzubauen.

Wenn du nämlich wirklich den Wunsch hast dein Geld vernünftig zu sparen, musst du dich ernsthaft mit dem Begriff Risiko auseinandersetzen, vor allem mit deinem persönlichen Risiko. Es führt aktuell kein Weg mehr am Investmentmarkt vorbei um effektiv im Jahr zu sparen.

Zusammengefasst besteht der Investmentmarkt aus den unterschiedlichsten Risikoklassen, welche sich wie folgt gliedern:

  1. Sparbuch
  2. Anleihen
  3. Fonds
  4. Aktien
  5. Kryptowährungen

Und genau aufgrund dieser Klassen musst du wissen, wie viel Risiko du mit deinem Ersparten eingehen möchtest.

Und genau dieses Risko muss mit deiner aktuellen Lebenssituationen abgestimmt werden. Fängst du gerade erst an dir einen Polster aufzubauen, solltest du so gut wie kein Risiko eingehen. Hast du jedoch schon mind. dein 3-faches monatliches Gehalt als Polster zu Verfügung, kannst du natürlich ein bisschen mehr Risiko eingehen.☝🏼

Eines ist nämlich logisch: Umso mehr Risiko, umso höher KANN der Ertrag sein, umso höher kann aber auch der Verlust werden

Genau deshalb ist es eine kluge Idee und wichtig dein Risiko in die unterschiedlichsten Anlageklassen zu streuen.


Und genau hier kommt das Killerarguments eines Fonds ins Spiel… Warum?

Beginnen wir mit einem einfachen Gedankenbeispiel: Du bist großer Elektroauto Fan und letzte Woche hat die Firma ElektroFlitzer sein neues Modell vorgestellt. Du bist begeistert, glaubst an die Technologie und weißt, dass zukünftig jeder mit diesem Auto auf der Straße fahren wird. 🚗 Daraufhin bist du motiviert und investierst in diese Firma in Form von Aktien.

Dieses Vorgehen kannst du perfekt vergleichen mit einer Wette im Wettbüro. Die Wette kann aufgehen indem die Firma dieses Auto sehr oft verkauft und deine Aktienanteile immer mehr an Wert gewinnen. Das gleiche kann aber auch in die Gegenrichtung passieren. Eine andere Firma verkauft ihr Auto wesentlich besser, du verlierst daher deine Wette und deine Firmenanteile werden immer weniger Wert. 📉

Wo ist daher das Risiko höher? Wenn du nur in das Unternehmen ElektroFlitzer investierst oder in die komplette KFZ Branche investierst, da du weißt das Elektroautos ihren Platz in der Zukunft haben werden, du aber nicht weißt welche Firma der Vorreiter wird?

Und genau das macht ein Fond! 🤓

Anstatt sich die mühevoll Arbeit zu machen, Millionen von Unternehmen zu bewerten/analysieren und direkt in dieses Unternehmen in Form von Unternehmensbeteiligungen zu investieren, streut der Fond sein Risiko, in dem dieser in mehrere Firmen einer oder ganz unterschiedliche Branchen investiert. Damit entsteht der Vorteil, dass durchaus ein Unternehmen ausfallen kann ohne selbst Totalverlust zu erleidet.

Aufpassen!

So gut das im ersten Moment klingen mag, musst du hier ganz besonders aufpassen. Es gibt Millionen von unterschiedlichsten Fonds aus den unterschiedlichsten Arten, die in die unterschiedlichsten Branchen investieren.


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Wie unterscheiden sich diese Fonds und auf was muss du aufpassen, wenn du der Meinung bist das Fonds das Richtige für dich sind?

1) Das Management

Einen Fond kannst du dir vorstellen, als würden sehr viele Menschen ihren Sparbetrag zusammenlegen um mit diesem gesammelten Geld zu investieren. Gemanagt wird dieses Geld auf zwei unterschiedliche Arten. Dies kann einerseits aktiv oder passiv passieren:

Aktiv gemanagter Fond

Wie der Name aktiv schon ausdrückt, kümmert sich in dieser Variante ein Fondmanagement aktiv um das Geld. Dies kann jetzt wirklich eine Person sein oder aber auch ein Computeralgorithmus. In beiden Fällen gibt jedoch das Fondmanagement vor, wie und wohin das „gesammelte“ Geld investiert wird. Ziel ist jedoch nur eines… möglichst viel Profit zu generieren.

Zwei Eigenschaften besitzen jedoch alle aktiv gemanagten Fonds

  1. Sie kosten Geld, da hier aktiv gearbeitet wird um Gewinne zu erzielen
  2. Sie wollen ALLE den Index schlagen
Hier müssen wir eine kurze Zwischenfrage einbauen: Was ist nämlich der Index?

Ein Index ist eine Kennzahl, welche die Kursentwicklung des Aktienmarktes insgesamt und/oder einer einzelnen Aktiengruppe darstellt.
Du hast doch sicher schon etwas vom DAX gehört, dem Deutsche Aktien Index? Dieser Index ist eine Kennzahl, welcher Kursentwicklung der besten 30 deutschen Firmen widerspiegelt. Vereinfacht ausgedrückt, ist dieser Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Bereich/Land. Bei uns in Österreich wäre es der ATX. Dieser spiegelt die österreichische Wirtschaft nieder indem er die 20 größten österreichischen Firmen unter die Lupe nimmt.

Und genau diesen Index haben aktive Fonds als Ziel. Sie möchten somit den wirtschaftlichen Durchschnitt schlagen.

Passiv gemanagter Fond

Ein passiver Fond, auch ETF genannt, orientiert sich rein an einem Index und versucht diesen nachzubilden indem dieser nur in die Unternehmen des Index investiert. Wenn du zb. in einen ATX – ETF investierst, investierst du immer in die Top 20 Unternehmen in Österreich.

Welches Management ist also besser?

Das kann so einfach nicht gesagt werden. Hier eine kleine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile

Aktiv

Vorteil Nachteil
Aktives Krisenmanagement Teils enorme Kosten durch das Fondmanagement (2-6% p.A)
Kann den Index schlagen und damit besser performen als der wirtschaftliche Durchschnitt Meistens sehr intransparent sein in Bezug auf Kosten

Passiv

Vorteil Nachteil
Kaum Kosten da kein aktives Management (0,2-0,5 % p.A) Fällt zur Krisenzeiten 1zu1 mit Wirtschaft
Unternehmen leicht nachvollziehbar

Es hängt also ganz stark von deinem Wissen und deiner Risikobereitschaft ab in welchen Fond du investierten wirst.

Wenn du dich aber genauer erkundigst, wirst du schnell merken, dass in Banken nur aktive Fonds angeboten werden… Warum kann einfach und schnell beantwortet werden: Provision

Den natürlich wird dir hier eher ein Fond angeboten, den die Bank direkt managt und daher den Ausgabeausschlag (Kosten für das aktive Management) erhält.

2) Kosten

Auch wenn wir den Punkt Kosten schon besprochen haben, ist es wirklich wichtig auch innerhalb der einzelnen Kategorien die Kosten zu vergleichen.

Umso mehr Gebühren du von deinem monatlichen Sparguthaben abgeben musst, umso mehr fehlt dir dies im Nachgang bei der Entwicklung durch den Zinseszinseffekt.

3) Erstauflage

Achte immer darauf wann der jeweilige Fond das erste Mal aufgelegt worden ist. Dieser sollte mind. 5 Jahre existieren. Wenn sich ein Fond über mehrere Jahre bzw. Jahrzehnte hält, kann dies ein gutes Indiz sein.

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